ADFC Rheinland-Pfalz – Mehr Platz für Menschen

P R E S S E M E L D U N G

Mainz, im April 2020

ADFC Rheinland-Pfalz – Mehr Platz für Menschen

Offener Brief: Mehr Platz für alle, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind

Der ADFC Rheinland-Pfalz fordert landesweite Vorgaben zur schnellen und rechtssicheren Einrichtung von Rad- und Gehwegen, die auch den Forderungen und Empfehlungen der Pandemievorschriften entsprechen.

Sehr geehrter Herr Minister Volker Wissing,

die Covid-19 Pandemie und die Kontaktbeschränkungen verändern die persönliche Mobilität aller Menschen in Deutschland deutlich. Während der private Autoverkehr stark zurückgegangen ist, sind – auch der Empfehlung des Bundesgesundheitsministers folgend – immer mehr Menschen auf dem Rad und zu Fuß unterwegs. Für diese spürbaren Veränderungen der Verkehrsmittelwahl ist die Raumaufteilung auf der Straße jedoch nicht ausgelegt. Damit der empfohlene Sicherheitsabstand auf der Straße eingehalten werden kann, braucht es daher dringend eine schnelle Veränderung der Aufteilung des Straßenraums.

Bürgerinnen und Bürger, die jetzt aufs Rad umsteigen, brauchen leicht zu findende und sichere Wege. Auch zu Fuß gehende Menschen brauchen dringend mehr Platz auf den Gehwegen, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können. Nur so können notwendige Wege sicher zurückgelegt werden. Auch wenn die Verantwortung für die Umsetzung auf kommunaler Ebene liegt, geht es nicht ohne die Landespolitik – es geht nicht ohne Sie und Ihren Beitrag! Sie als Minister für Verkehr können den Kommunen mit entsprechenden Leitfäden, gesetzlichen Rahmenbedingungen und finanzieller Beschleunigung helfen.

Wir bitten Sie daher: Setzen Sie sich dafür ein, dass Kommunalverwaltungen schnell und einfach ein rad- und fußverkehrsfreundliches Wegenetz innerhalb und zwischen den Kommunen einrichten können. Schaffen Sie die regulatorischen Rahmenbedingungen, damit Straßen schnell und unproblematisch umgestaltet werden können.

Geben Sie Rheinland-Pfalz das Signal, dass Verkehrspolitik ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit der Menschen ist!

Die Kommunen kennen geeignete Straßen und Wege, um ein Netz pandemiegerechter Straßen einzurichten, aber es fehlt ihnen die rechtliche Sicherheit und der Auftrag der Landesregierung, zu handeln. Mit der Unterstützung der Landesregierung können diese trotz geringer personeller Kapazitäten überall schnell und einfach Realität werden. Dafür braucht es Rechtssicherheit für die zu ergreifenden Maßnahmen. Nur so kann schnell agiert werden.

Wir bitten Sie daher, die Kommunalverwaltungen durch die zügige Bereitstellung von Leitfäden bei der provisorischen Umgestaltung von Straßen zu unterstützen, um sicheren Fuß- und Radverkehr durch eine qualitativ hochwertige Infrastruktur zu ermöglichen. Wo die rechtlichen Rahmenbedingungen dies noch behindern, bitten wir Sie, entsprechende Verordnungen zu erlassen oder pragmatische Lösungen, auch mit Ihren Kolleginnen und Kollegen auf Bundes- und kommunaler Ebene, zu finden.

Maßnahmen, die Kommunen schnell umsetzen könnten und die ermöglicht werden sollten, können sein:

Gehwege temporär verbreitern: Wo Fußwege zu schmal sind, sollten sie durch Markierungen auf den Fahrbahnen erweitert werden. Auch das Verlegen von Hochbordradwegen und Parkplätzen von den Fußwegen auf die Fahrbahnen hilft schnell und einfach, um Fußwege zu verbreitern.

Verlegung von Radverkehr auf die Fahrbahn: Wo Radverkehr derzeit über Gehwege geführt wird, kann er auf die Fahrbahn verlegt werden, damit Platz auf Fußwegen geschaffen wird. Dazu eignen sich sowohl temporäre Radstreifen als auch die Einrichtung von temporären Fahrradstraßen.

Temporäre Radfahrstreifen auf der Fahrbahn: Breite und gut erkennbare temporäre Radstreifen (Pop Up Bike Lanes) helfen auch Neu-Radfahrenden, sichere Wege durch die Stadt zu finden. Die Stadt Berlin hat dafür bereits einen Leitfaden veröffentlicht.

Straßen für den Rad- und Fußverkehr öffnen: Die Umwandlung ausgewählter Straßen in Zonen ohne Autoverkehr bzw. mit stark reduziertem motorisierten Verkehr schafft zusätzlichen Platz und Verkehrssicherheit. Temporäre verkehrsberuhigte Straßen: Maßnahmen wie der Einsatz modaler Filter oder Verengungen der Fahrbahn können kurzfristig Wirkung zeigen. So können sich Radverkehr und zu Fuß gehende Menschen bestmöglich auf der Straße verteilen und Bewegung vor der Tür in ausreichendem Abstand zu anderen Menschen wird möglich. Provisorische Verkehrsberuhigung hilft auch bei der Entlastung von Parks und zur Ermöglichung von Bewegung ohne Ansteckungsgefahr.

„Bettelampeln“ umprogrammieren: Durch eine Vorrangschaltung für Rad- und Fußverkehr wird das Berühren des Anforderungstasters sowie das Bilden von Gruppen, die lange auf Grün warten, vermieden. Dies wurde in Mainz schon umgesetzt, wir hoffen, dass auch andernorts geschieht.

Grünphasen für nicht-motorisierten Verkehr verlängern: Da aktuell deutlich mehr Menschen auf Fahrrädern und zu Fuß unterwegs sind, braucht es für sichere Kreuzungssituationen mehr Zeit in den Grünphasen. Kurze Grünphasen sind kontraproduktiv, da viele Menschen sich eng zusammendrängen müssen, um die Straße rechtzeitig überqueren zu können.

Temporäre Geschwindigkeitsreduktion: Korridore mit Tempo 30 reduzieren die Unfallgefahr und bewirken dadurch auch Entlastung von Krankenhäusern.

    (693 Wörter, 5.197 Anschläge)

Nähere Informationen zum ADFC Rheinland-Pfalz e.V. unter www.adfc-rlp.de oder auf  Facebook: www.facebook.com/adfcrlp und Twitter @ADFCRLP.

Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

 
Für Rückfragen: Sara Tsudome (Tel 06131 3339128) oder Christina Wassenberg (Tel 06131 371108), ADFC Rheinland-Pfalz e.V., Zitadelle 1 F, 55131 Mainz, Fax 06131 617776, E-Mail: info@adfc-rlp.de

Mehr Platz fürs Rad in Zweibrücken

Mit dem Blog „pro Fahrrad Zweibrücken“ (http://www.profahrradzw.blogspot.com) informiert die gleichnamige Zweibrücker Initiative zur Förderung des Radverkehrs zu aktuellen Themen. Die sind durchaus breit gefächert und reichen von den Gesundheitsaspekten des Radfahrens über Tipps und Tricks für Alltagsradler bis hin zur konstruktiven Kritik an der vorhandenen (oder auch nicht vorhandenen) Infrastruktur.

Die Initiative pro Fahrrad Zweibrücken möchte die Situation der Radfahrenden Menschen verbessern und bietet sich der Politik und der Verwaltung als engagierter und kompetenter Gesprächspartner an. Dabei arbeitet sie auch mit anderen Interessengruppen zusammen. Wertvolle Partner sind dabei der ADFC und der VCD; beide Organisationen unterstützen die Arbeit der Initiative mit Kompetenz und Input.

Wer in und um Zweibrücken mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich engagieren möchte: gerne über den Blog Kontakt aufnehmen.

KLARA – Bad Kreuznacher Lastenradinitiative

Alles begann 2016 als sich eine Gruppe von Radfahrern zusammenfand und mit einem Leih-Lastenrad begann, die Einkäufe von Bürgern auf dem Wochenmarkt nach Hause zu fahren. Manche Bürger, die den Wochenmarkt besuchen, können ihre schweren Einkaufstaschen nicht nach Hause tragen und so wurde dieser Service gerne angenommen. Das erste eigene Lastenrad wurde mit Unterstützung der Stadt und der Sparkasse 2017 angeschafft. Mittlerweile sind es 10 Aktive, die den ehrenamtlichen Dienst mit dem Fahrrad leisten. Die Wochenmärkte finden in Bad Kreuznach am Dienstag und am Freitag statt, wobei am Dienstag etwa 5 bis 10 Ausfahrten die Regel sind und freitags 10 bis 20 Ausfahrten.
Jetzt in der Zeit der Corona Pandemie hat Thomas Fischer, der das Projekt von der Stadt Bad Kreuznach aus koordiniert, den Servicedienst deutlich ausgeweitet. Es werden auch Einkaufsfahrten für Mitbürger in Lebensmittelgeschäften und bei Discountern auf Anfrage durchgeführt. Manche Einwohner wollen und können in diesen Zeiten nicht selbst einkaufen. Gefahren wird mit zusätzlichen Lastenrädern und auch einige ADFC Mitglieder fahren mit und helfen die erhöhte Nachfrage zu erledigen.

Fahrradwerkstätten dürfen weiter arbeiten

Alleine oder mit dem Partner auf dem Rad einkaufen fahren, Besorgungen machen oder einfach so eine Runde drehen ist weiter möglich – auch wenn lange Touren oder Ausflüge mit Freunden gerade nicht erlaubt sind.

Aber was ist, wenn das Fahrrad defekt ist? Händler dürfen für Reparaturen  weiter geöffnet geöffnet bleiben – am besten vorher beim Fahrradladen vor Ort informieren und anrufen und die Vorgehensweise absprechen. Manche versenden auch Ersatzteile per Post, wenn Probleme selbst behoben werden können. Es gibt auch einige Händler, die einen Hol- und Bringservice anbieten. Für die Läden ist das eine Möglichkeit, doch etwas Umsatz zu machen – bitte einfach erkundigen und damit nach Möglichkeit die Betriebe vor Ort unterstützen!

Solidarität mit dem Fahrradtourismus

Noch ist nicht absehbar, wie sich die Situation für den Tourismus insgesamt und damit auch den Fahrradtourismus in diesem Jahr angesichts der Corona-Krise weiterentwickelt. Der ADFC zeigt sich aber solidarisch und unterstützt die Kampagne #verschiebedeinereise des Verbands der Reisewirtschaft (DRV). Die Idee dahinter: Wenn Reisen nicht gecancelt, sondern auf einen späteren Termin verlegt werden, bleibt die jetzt dringend benötigte Liquidität in den Unternehmen. Das gilt auch für unsere Bett+Bike-Betriebe, die sich freuen, wenn die für die geplante Radreise gebuchte Unterkunft nicht storniert, sondern die Reise verschoben wird.

Liebe Aktive, Mitglieder und Interessierte,

der ADFC Landesverband hat alle Veranstaltungen, die in den nächsten Wochen geplant waren, abgesagt.

Die Geschäftsstelle des Landesverbands Rheinland-Pfalz ist bis auf Weiteres nicht mehr besetzt. Wir sind aber weiterhin per E-Mail (info@adfc-rlp.de) und telefonisch (06131 371108) zu erreichen.

Danke für Ihr Verständnis

ADFC Landesverband Rheinland-Pfalz

Landkreis Simmern folgt dem Förderaufruf des Bundesministerium für Umwelt

In seiner Sitzung Ende Oktober 2019 hat der Kreistag beschlossen dem Förderauftrag der Bundesregierung „Klimaschutz durch Radverkehr“ zu folgen. Nach der Auswahl eines Planungsbüros (Stadt-Land-plus) begann nun mit einer ersten Sitzung im März die Arbeit.
Eingeladen war auch der ADFC Rheinland-Pfalz als Verbandsvertreter war der Landesvorsitzende anwesend. Das Planungsbüro stellte verschiedene Modelle und Projekte vor, die bereits ausgeführt sind oder sich in der Planung befinden. Dann wurden in der Arbeitsgruppe Themen gesammelt, die für das Projekt in Frage kommen könnten. Genannt wurden schon einige konkrete Straßenbereiche in oder in der Nähe von Ortschaften des Landkreises. Ebenso waren Schulwege, Radwege zu Einkaufszentren mit Abstellmöglichkeiten, Fahrradstraßen sowie die Anbindung an den ÖPNV  Vorschläge, die besprochen wurden.
Eine weitere Möglichkeit ist eine Beteiligung über ein Online-Werkzeug, vom Planungsbüro zur Verfügung gestellt. Dieses Verfahren bietet den Vorteil konkrete Verbesserungsvorschläge direkt einzubinden.
Der ADFC Rheinland-Pfalz wird die Vorbereitung des Projektes unterstützen, weiter begleiten und berichten.

Besichtigungstermin B10 Rheinbrücke Maxau

Nach Fertigstellung der Verstärkungen ist die Brücke jetzt wieder auf drei Spuren in jeder Richtung von Kraftfahrzeugen befahrbar. Zum Besichtigungstermin am 20.01. war auch der ADFC Landesvorsitzende eingeladen. Für Radfahrer ist zurzeit nur der nördliche Weg nutzbar, auf dem südlichen Radweg wird die Fahrbahn noch neu beschichtet, doch müssen dazu die Temperaturen höher sein. In seiner Ansprache zum Abschluss der Bauarbeiten wies Staatssekretär Steffen Bilger auch schon auf die in Planung befindliche neue Brücke hin. Bei der prognostizierten Verkehrsentwicklung wird sie notwendig werden. Diese neue Brücke wird anders als in der Vorplanung doch mit Fahrradspuren ausgeführt werden. Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl wies in seinen Ausführungen auch auf die Planungen für einen Radschnellweg für Fahrradfahrer hin, auf Baden-Württemberger Seite wird das Potential für Pendler auf jeden Fall gesehen. In Rheinland-Pfalz muss dazu noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Alle, die bei der Besichtigung der Brücke dabei waren, konnten sich von der Notwendigkeit einer guten Radverbindung überzeugen, mussten sie doch immer wieder den Radfahrenden, die auch in dieser kalten Jahreszeit unterwegs sind, Platz machen. Das machte deutlich, wie viele Menschen schon heute mit dem Rad pendeln. Deshalb ist die Planung der Streckenführung auch im Einmündungsbereich der geplanten Brücke auf die Bundesstraße 10 so wichtig. Der ADFC wird hier seinen Standpunkt für die Fahrradpendler weiter deutlich vertreten.


Brückensperrungsaktion

Für alle, die mit dem Rad unterwegs waren, hielten der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Mainz und Wiesbaden am Donnerstag, den 16. Januar 2020 morgens auf dem Weg zur Arbeit auf der Rheinbrücke ein kleines Dankeschön bereit. Die Aktiven verteilten passend zur Jahreszeit „Kreppel und Äppel“ und bedankten sich damit bei allen, die mit dem Rad unterwegs waren.
Die Brücke über den Rhein ist zwar in den nächsten Wochen für private PKWs gesperrt, mit dem Bus, zu Fuß oder eben mit dem Rad gilt aber weiter freie Fahrt – rüber und nüber. Eine gute Gelegenheit, einmal das Fahrrad für den Weg zur Arbeit auszuprobieren – auch ohne Brückensperrung ist es in der Stadt oft das schnellste Verkehrsmittel.
Es stellte sich heraus, dass wir unterschätzt hatten, wie viele Menschen wirklich morgens über die Brücke radeln: Die 300 Kreppel waren jedenfalls in einer Stunde alle weg. Und auch die Äpfel haben wir nicht wieder mit nach Hause nehmen müssen. Eine tolle Aktion, vielen Dank an die Kreisverbände Wiesbaden und Mainz und alle, die dabei waren!

Foto: Sara Tsudome

Erarbeitung des Radverkehr-Entwicklungsplans Rheinland-Pfalz

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hatte am 16. Oktober 2019 eingeladen um ein landesweites Radverkehrskonzept zu entwickeln. Zur Auftaktveranstaltung war eine Vielzahl von Vertretern aus den Landkreisen, Städten, Kommunen und Fachverbände anwesend, so dass erste Ideen und Priorisierungen entwickelt werden konnten.
Es sind weitere Termine geplant. Der nächste findet am 3. Dezember 2019 statt. Bis zum Sommer 2020 soll das Konzept stehen. Dieses bildet dann die Basis für eine Intensivierung der Radverkehrsförderung.
„Die Impulse aus dem Mobilitätskonsens (Präsenz-Sitzungen in den Regionen und Online-Umfrage) sowie die Fortschreibung des Landesklimakonzeptes (Tagung im Juni 2019 und Online-Umfrage) fließen in die Erarbeitung ein“, so Andy Becht, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, auf Nachfrage des ADFC Rheinland-Pfalz.

Für den ADFC waren Erich Dahlheimer (Ingelheim), Amelie Döres (Mainz) und Erhardt Vortanz (Zeiskam) vertreten.

v.l.n.r. Erich Dahlheimer, Amelie Döres und Erhardt Vortanz
Foto: Plan-und-Rat

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